Ein Auto in seinem historischen Umfeld

Eine Exklusivität für Individualisten

Mit dem legendären Sechshunderter hat Mercedes-Benz in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts Autogeschichte geschrieben. Er war eine technische Sensation seiner Zeit, das beste und exklusivste Auto der damaligen Welt. Und es war schon damals eine Seltenheit. In einer Bauzeit von 17 Jahren zwischen 1964 und 1981 wurden nur 2.677 Fahrzeuge hergestellt – 2.189 als Limousine, 429 als Pullmann-Limousine und 59 als Landaulet.

Alles wurde von Hand gefertigt. Alle Materialien waren vom Feinsten. Der Mercedes-Benz 600 war das Auto der Staatsmänner, der Schönen und Reichen: genutzt von Kaisern, Königen und Staatsoberhäuptern, von Wirtschaftsmagnaten, von Musikgrößen, von Glitzer und Glamour aus Hollywood, sogar der Apostolische Stuhl fuhr einen Mercedes-Benz 600 in einer Landaulet- Sonderanfertigung. Der Mercedes-Benz 600 strahlt in jeder Beziehung Luxus und Vornehmheit aus.

Der Mercedes-Benz 600 „Breschnew“ ist Teil dieser Exklusivität; eine Exklusivität für Individualisten. Erstzulassung 1968 in Moskau, Halter war der sowjetische Geheimdienst KGB. Das Auto war fortan Teil des Privatfuhrparks von Leonid Iljitsch Breschnew – 18 Jahre lang Staatsführer der UdSSR1, 14 Jahre davon war der Mercedes-Benz 600 sein Begleiter. Er hat das Auto während seiner Amtszeit privat gefahren. Der Mercedes-Benz 600 „Breschnew“ ist ein rollendes Geschichtsbuch; ein Stück fahrende Zeitgeschichte und Sowjetgeschichte.

„Ein Stück fahrende Zeitgeschichte“

Auch das macht das Auto so einmalig. Als Breschnew 1964 an die Macht kommt, tobt der Vietnam-Krieg, der Kalte Krieg ist auf dem Höhepunkt. Breschnew zerschlägt mit Panzern den Prager Frühling; die Breschnew-Doktrin legt mit harter Hand die Staaten des Ostblocks an die Kette. In den 70er Jahren ziehen international Wolken der Hoffnung auf: Der KSZE Prozess beginnt. Entspannungspolitik, Rüstungskontrolle, Verträge werden geschlossen. Breschnew trifft Richard Nixon, Breschnew trifft Jimmy Carter, Breschnew trifft Henry Kissinger, Breschnew trifft Willy Brandt und zwei Mal Helmut Schmidt. Im Juni 1979 unterzeichnen Breschnew und Jimmy Carter in Wien den SALT II-Vertrag. Dicker Händedruck, dicke Umarmung, Frieden in Reichweite.

Und dann das jähe Ende. Ein halbes Jahr später marschiert die Sowjetunion in Afghanistan ein. Das ist das Ende der Entspannungspolitik. Die westliche Welt boykottiert die Olympischen Spiele in Moskau. Die Finger liegen wieder auf dem roten Knopf. Es ist die Zeit des Nato- Doppelbeschlusses.

Im selben Jahr, in dem Breschnew stirbt, 1982, wird Helmut Schmidt als Bundeskanzler durch ein konstruktives Misstrauensvotum des Deutschen Bundestages gestürzt. Eine bedeutende Epoche geht zu Ende. Und der Mercedes-Benz 600 „Breschnew“ war im persönlichen Fuhrpark von Leonid Breschnew immer dabei.

Wer heute damit fährt, spürt den Atem der Geschichte. Der Mercedes-Benz 600 „Breschnew“ ist einmalig, geschichtsträchtig und exklusiv.